{"id":8214,"date":"2019-09-09T08:00:42","date_gmt":"2019-09-09T06:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.katzen.de\/magazin\/?p=8214"},"modified":"2019-09-09T10:33:03","modified_gmt":"2019-09-09T08:33:03","slug":"vorsicht-bei-der-mitnahme-von-strassentieren-aus-dem-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/vorsicht-bei-der-mitnahme-von-strassentieren-aus-dem-ausland\/","title":{"rendered":"Vorsicht bei der Mitnahme von Stra\u00dfentieren aus dem Ausland"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tierfreunde entdecken, wo sie gehen und stehen, Tiere. Auch und gerade im Urlaub, wenn der Kopf frei ist und der Blick neugierig umherwandert.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eVor allem in s\u00fcdlichen und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern begegnen wir regelm\u00e4\u00dfig Stra\u00dfenhunden und Streunerkatzen, die an Orten leben, die uns ungewohnt und auch ungeeignet erscheinen \u2013 in Ferienanlagen, in Parks, am Strand, in Ruinen oder auf dem Campingplatz\u201c, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Die Tiere laufen durch den gef\u00e4hrlichen Verkehr, st\u00f6bern im M\u00fcll, haben kein Zuhause. Manche sind mager, haben ungepflegtes Fell, wirken krank. Man m\u00f6chte am liebsten alle einsammeln und mitnehmen.<\/p>\n<p>Bei aller Tierliebe sollte die Mitnahme eines Stra\u00dfentieres nach Deutschland jedoch nie spontan und un\u00fcberlegt erfolgen, sonst kann die gut gemeinte Rettungsaktion schnell schief gehen. Zum einen muss die Reise mit Tier organisiert und beispielsweise mit der Fluggesellschaft abgestimmt werden. Zum anderen gilt es, die gesetzlichen Bestimmungen genau zu beachten.<\/p>\n<p>Zwingend erforderlich f\u00fcr die Einreise aus einem der EU- Mitgliedsstaaten nach Deutschland ist ein g\u00fcltiger EU-Heimtierpass, der von einem autorisierten Tierarzt oder einer entsprechenden Beh\u00f6rde im Urlaubsland ausgestellt wurde. Au\u00dferdem m\u00fcssen Hunde und Katzen mit einem Microchip gekennzeichnet sein, dessen Nummer im Heimtierpass eingetragen ist. Vorgeschrieben ist ferner eine g\u00fcltige Tollwutimpfung, die mit Unterschrift und Stempel des Tierarztes im EU-Heimtierpass verzeichnet ist. Eine Erstimpfung muss mindestens 21 Tage zur\u00fcckliegen, um wirksam und somit g\u00fcltig zu sein. Wer fest entschlossen ist, einen Hund oder eine Katze mitzunehmen, muss also nach der Impfung 3 Wochen warten, bevor er das Tier nach Deutschland verbringen darf. Auch Hunde- und Katzenwelpen ben\u00f6tigen eine g\u00fcltige Tollwutimpfung. Bei einem Mindest- Impfalter von 12 Wochen plus der \u201eWirkzeit\u201c der Tollwutimpfung von weiteren 3 Wochen bedeutet dies, dass Welpen unter 15 Wochen nicht nach Deutschland einreisen d\u00fcrfen. Ein absolutes Einreiseverbot gilt au\u00dferdem f\u00fcr diverse Hunderassen sowie deren Kreuzungen wie etwa American Staffordshire-Terrier, Bullterrier oder Pitbull.<\/p>\n<p>M\u00f6chte man eine Katze oder einen Hund aus einem sogenannten nicht gelisteten Drittland wie beispielsweise \u00c4gypten, T\u00fcrkei, Marokko oder Thailand mit nach Deutschland nehmen, wird es noch komplizierter. Neben den innerhalb der EU geltenden Voraussetzungen ist hier auch noch ein Bluttest erforderlich. Dieser Tollwutantik\u00f6rpertest muss in einem zugelassenen EU-Labor durchgef\u00fchrt und das zu testende Blut darf fr\u00fchestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung entnommen werden. Nach der Blutentnahme f\u00fcr den Test muss weitere 3 Monate gewartet werden, bis das Tier nach Deutschland einreisen darf. Von der ersten Tollwutimpfung bis zum Reiseantritt vergehen also mindestens 4 Monate (bei Welpen 7 Monate, da die Tiere erst im Alter von 3 Monaten geimpft werden d\u00fcrfen). Wer die jeweiligen Einreisebestimmungen nicht einh\u00e4lt, bekommt \u00c4rger. Illegal eingef\u00fchrte Tiere werden in Deutschland am Flughafen beschlagnahmt und f\u00fcr drei Monate unter Quarant\u00e4ne gestellt &#8211; ein Horror f\u00fcr die freiheitsgewohnten Stra\u00dfentiere und ein teurer Spa\u00df f\u00fcr den neuen Besitzer, der die Kosten f\u00fcr die Unterbringung zu tragen hat.<\/p>\n<p>Es muss jedoch nicht immer gleich die Adoption und Mitnahme sein. Auch im Urlaubsland k\u00f6nnen Tierfreunde aktiv werden. So sollte verletzten Tieren immer und unmittelbar geholfen werden. Da die Tierarztkosten im Ausland meistens immens hoch sind, k\u00f6nnen sich die Einheimischen eine Behandlung oft nicht leisten. In vielen L\u00e4ndern werden keine Tiermedikamente und Veterin\u00e4rbedarfsmittel hergestellt. Alles muss importiert werden, was die Kosten f\u00fcr einen Tierarztbesuch nat\u00fcrlich extrem in die H\u00f6he treibt. \u201eEs spricht nichts dagegen, einem verletzten oder kranken Tier vor Ort eine tier\u00e4rztliche Behandlung zu spendieren\u201c, so Diplom-Biologin Ursula Bauer.<\/p>\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit, an Ort und Stelle zu helfen, ist eine Futterspende. H\u00e4ufig werden Stra\u00dfentiere im Urlaubsland von Einheimischen an festen Standorten gef\u00fcttert. Hier kann man am besten Dosenfutter deponieren, welches dann von den lokalen Tierfreunden nach und nach verf\u00fcttert wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i><b>aktion tier \u2013 menschen f\u00fcr tiere e.V.<\/b><\/i><br \/>\n<i>ist deutschlandweit eine der mitgliederst\u00e4rksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bev\u00f6lkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missst\u00e4nde im Tierschutz aufmerksam zu machen und L\u00f6sungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.<\/i><\/p>\n<pre><strong>Weitere Informationen bei:<\/strong>\r\nDiplom Biologin Ursula Bauer\r\nKaiserdamm 97\r\n14057 Berlin \r\nTelefon: \t+49 30 30103831 \r\nE-Mail: <a href=\"mailto:berlin@aktiontier.org\">berlin@aktiontier.org<\/a>\r\nWebsite: <a href=\"http:\/\/www.aktiontier.org\" target=\"_blank\">www.aktiontier.org<\/a><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tierfreunde entdecken, wo sie gehen und stehen, Tiere. Auch und gerade im Urlaub, wenn der Kopf frei ist und der Blick neugierig umherwandert. \u201eVor allem in s\u00fcdlichen und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern begegnen wir regelm\u00e4\u00dfig Stra\u00dfenhunden und Streunerkatzen, die an Orten leben, die uns ungewohnt und auch ungeeignet erscheinen \u2013 in Ferienanlagen, in Parks, am Strand, in&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8217,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[451,450,447],"tags":[601,464,459,525],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8214"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8214"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8214\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8215,"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8214\/revisions\/8215"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8217"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}