{"id":6883,"date":"2018-08-27T08:00:24","date_gmt":"2018-08-27T06:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.katzen.de\/magazin\/?p=6883"},"modified":"2018-08-29T09:24:34","modified_gmt":"2018-08-29T07:24:34","slug":"aft-sommersymposium-allergien-beim-kleintier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/aft-sommersymposium-allergien-beim-kleintier\/","title":{"rendered":"AfT-Sommersymposium &#8211; Allergien beim Kleintier"},"content":{"rendered":"<p><strong>Diagnose-, und Therapieans\u00e4tze zur Behandlung von Allergien bei Hund und Katze &#8211; von den Experten lernen<\/strong><\/p>\n<p><em>Allergien beim Kleintier waren Thema des AfT-Symposiums, das Anfang Juli an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen stattfand. Der voll besetzte H\u00f6rsaal der Medizinischen Kleintierklinik zeigte, wie gro\u00df der Informationsbedarf zu diesem Thema vor allem bei praktizierenden Tier\u00e4rzten ist. Die Experten stellten Grundlagen zu den Krankheitskomplexen und den Stand der Wissenschaft zu Diagnose und Therapie allergischer Erkrankungen bei Tieren vor<\/em><em>.<\/em><\/p>\n<p>Allergien bei Hund und Katze sind Teil des tier\u00e4rztlichen Praxisalltags. Die Ursachen daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig und andere Ursache m\u00fcssen ausgeschlossen werden. Juckreiz ist oft das Hauptsymptom der allergischen Reaktion bei Tieren, doch zeigt sich die Allergie oft mit einer Reihe von anderen Symptomen unter denen die Tiere leiden k\u00f6nnen. Im Fokus des Symposiums standen daher die Diagnostik und aktuelle Therapieans\u00e4tze, vorgestellt von den hochspezialisierten Referenten. Die Experten geh\u00f6ren alle den einschl\u00e4gigen europ\u00e4ischen Fachkollegs an. Dies ist der h\u00f6chste anerkannte Spezialisierungsgrad in der Veterin\u00e4rmedizin.<\/p>\n<p>Pflanzliche, tierische und chemische Substanzen \u2013 im Prinzip k\u00f6nnen sie alle eine allergische Reaktion beim Tier ausl\u00f6sen. Bei wiederholtem Kontakt mit dem Allergieausl\u00f6ser &#8211; dem Allergen \u2013 reagiert das k\u00f6rpereigene Immunsystem auf den vermeintlichen &#8222;Feind&#8220; \u00fcberm\u00e4\u00dfig. Die echte Allergie ist dabei durch einen Anstieg bestimmter Elemente der k\u00f6rpereigenen Abwehr, der IgE-Antik\u00f6rper, gekennzeichnet. Juckreiz, ger\u00f6tete und entz\u00fcndete Hautpartien, Ohr- und Augenentz\u00fcndungen, aber auch Atembeschwerden und Durchfall k\u00f6nnen die Folge sein. Beim Symposium wurden spezifische, definierte Allergieformen, wie die atopische Dermatitis, die miliare Dermatitis, die Flohspeichelallergie oder die Futtermittelallergie als wichtige Allergien bei Hund und Katze vorgestellt.<\/p>\n<p>Die Symptome der verschiedenen Allergieformen und die Reaktionen auf unterschiedliche Allergene sind sich sehr \u00e4hnlich. Die Diagnostik allergischer Erkrankungen beruht in erster Linie auf der Einbeziehung vorberichtlich gewonnener Erkenntnisse, klinischer Pr\u00e4sentation und Entwicklung des Krankheitsverlaufs des Patienten. Zus\u00e4tzliche Tests, wie z.B. die Bestimmung des IgE-Spiegels im Blut, k\u00f6nnen helfen, den klinischen Verdacht zu best\u00e4tigen, m\u00fcssen aber sorgf\u00e4ltig interpretiert werden. Sie dienen vornehmlich der Identifikation der Allergene f\u00fcr eine Desensibilisierung des Patienten oder der allergisierenden Futterkomponenten.<\/p>\n<p>Zur diagnostischen Allergieaufarbeitung in der Praxis ist zu kl\u00e4ren, ob eine Allergie vorliegt oder z.B. Infektionen mit Bakterien, Hefepilzen, Dermatophyten und Parasiten das Krankheitsbild ausl\u00f6sen. Eine Eliminationsdi\u00e4t ist der n\u00e4chste diagnostische Schritt, um eine Futtermittelallergie auszuschlie\u00dfen. Proteine im Futter, z.B. Fleischeiwei\u00dfe, k\u00f6nnen hier ebenso Ausl\u00f6ser sein wie Farb- oder Konservierungsstoffe. Die Wahl der geeigneten Eliminationsdi\u00e4t sowie die strikte Einhaltung der Di\u00e4t sind sehr wichtig f\u00fcr die Analyse.<\/p>\n<p><strong>Katzen sind keine Hunde<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den Tierarzt ist es wichtig, Besonderheiten f\u00fcr die Katze bei der Allergieaufarbeitung zu beachten. Bei Katzen ist das klinische Bild variabler. So-genannte kutane Reaktionsmuster mit spezifischen Hauterscheinungen wie miliare Dermatitis, nicht-entz\u00fcndliche Alopezie, eosinophiles Granulom an Kopf und Hals sind bei Katzen h\u00e4ufig anzutreffen. Aber auch entz\u00fcndliche Atemwegserkrankungen durch Reaktionen der Schleimhaut auf das Allergen treten bei Katzen h\u00e4ufig auf.<\/p>\n<p>Auch in der Therapie gilt es angepasst vorzugehen.<\/p>\n<p><strong>Behandlung von Allergien<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Meistens ist es nicht m\u00f6glich, die allergieausl\u00f6sende Substanz zu vermeiden. Ziel der Behandlung ist zun\u00e4chst die Symptome, wie z.B. den Juckreiz, unter denen die Tiere leiden, zu mildern.<\/p>\n<p>Breit ansetzende Glukokortikoide oder alternative entz\u00fcndungshemmende und immunmodulierende Mittel, ebenso wie Antihistaminika oder auch Bronchodilatatoren z\u00e4hlen zu den therapeutischen Optionen je nach der Art der allergischen Symptome. Antihistaminika sind oft klinisch mehr erfolgreich bei Katzen als beim Hund. Katzen k\u00f6nnen bei einer Therapie mit Antik\u00f6rpern gegen das Allergen auf diese ebenfalls allergisch reagieren. Zumeist ist eine multimodale Therapie mit mehreren Angriffspunkten erforderlich, um die Entz\u00fcndungsreaktion zu mindern. Bestimmte Fetts\u00e4uren und bioaktive Lipide k\u00f6nnen unterst\u00fctzend sinnvoll sein, um die Hautsymptome zu mildern. Di\u00e4tetische Ma\u00dfnahmen sind bei der Futtermittelallergie angezeigt.<\/p>\n<p>Um Sekund\u00e4rerkrankungen, wie z.B. infizierte offene Kratzwunden, zu behandeln, setzen Tier\u00e4rzte erg\u00e4nzende, z.B. aseptische oder antimikrobielle Medikamente ein. Manchem Tier mit juckenden Hautreizungen oder Quaddelbildung als Reaktion auf z.B. Flohspeichel kann auch bereits durch eine regelm\u00e4\u00dfige Flohbehandlung geholfen werden.<\/p>\n<p>Als Ma\u00dfnahme zur grundlegenderen Behandlung von Allergien wurde die Immuntherapie vorgestellt. Als Immuntherapie bezeichnet man die De- oder Hyposensibilisierung. Hierbei wird das Immunsystem des Tieres schrittweise an immer h\u00f6here Dosen des Allergieausl\u00f6sers gew\u00f6hnt. Aktuelle Studien zeigen, dass die Erfolgsaussichten bei der Desensibilisierung bei \u00fcber 70 Prozent liegen und sie den betroffenen Tieren ein weitgehend beschwerdefreies Leben erm\u00f6glicht. Erste Untersuchungen zu einer Impfung gegen einen der wichtigen Botenstoffe (Zytokin IL-31) bei der atopischen Dermatitis zeigen interessante Ergebnisse.<\/p>\n<p>Besonders hervorgehoben wurde, dass neben der Behandlung der Allergie selbst, Tierbesitzer unterst\u00fctzt und begleitet werden m\u00fcssen. Denn Diagnose wie Therapie allergischer Erkrankungen bei Haustieren erfordern viel Geduld und Zuverl\u00e4ssigkeit vom Tierbesitzer.<\/p>\n<p>Aber, das Verst\u00e4ndnis zu Allergien hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt, bekannte Behandlungsans\u00e4tze werden kontinuierlich verfeinert und weitere therapeutische Mittel sind hinzugekommen.<\/p>\n<p>Bei sorgf\u00e4ltiger Allergieaufarbeitung und Diagnose stehen dem Tierarzt heute verschiedene M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung, um den betroffenen Tieren eine gute Lebensqualit\u00e4t zu erm\u00f6glichen und die Belastung f\u00fcr den Tierhalter zu reduzieren &#8211; So das abschlie\u00dfende Fazit des Symposiums.<\/p>\n<pre>Akademie f\u00fcr Tiergesundheit e.V.\r\nPostfach 26 01 64\r\n53153 Bonn\r\n\u00a0\r\nAnsprechpartner:\r\nDr. Sabine Sch\u00fcller, Tel. 0228\/318293\r\nProf. Dr. Karl-Heinz Waldmann, Tel. 0511\/8567260<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diagnose-, und Therapieans\u00e4tze zur Behandlung von Allergien bei Hund und Katze &#8211; von den Experten lernen Allergien beim Kleintier waren Thema des AfT-Symposiums, das Anfang Juli an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen stattfand. 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