{"id":10319,"date":"2021-06-07T08:00:24","date_gmt":"2021-06-07T06:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.katzen.de\/magazin\/?p=10319"},"modified":"2021-05-25T11:08:28","modified_gmt":"2021-05-25T09:08:28","slug":"fuer-den-notfall-gut-geruestet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.katzen.de\/magazin\/fuer-den-notfall-gut-geruestet\/","title":{"rendered":"F\u00fcr den Notfall gut ger\u00fcstet"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr kleine Wehwehchen oder akute Notf\u00e4lle gibt es die Haus- und Reiseapotheke. Solch ein Erste-Hilfe-Set ist auch f\u00fcr vierbeinige Familienmitglieder eine gute Sache. Es gibt jedoch Utensilien und Medikamente, die in einer Notfallapotheke f\u00fcr das Tier nichts verloren haben. Im Zweifel ist der Gang zum Tierarzt die beste Wahl.<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Hund und Katze stehen Unf\u00e4lle in der Notfall-Statistik ganz weit oben. H\u00e4ufig sind auch Biss- und Schnittverletzungen beim Spaziergang, bei Raufereien mit anderen Hunden oder im Streit mit der Nachbarskatze. Daraus resultierende kleinere Wunden lassen sich gut selbst versorgen, wenn entsprechendes Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel schnell zur Hand sind. Wer sehr gut vorbereitet sein will, kann sogar einen \u201etierischen\u201c Erste-Hilfe-Kurs besuchen. Eine Liste mit wichtigen Telefonnummern, etwa die des Tierarztes, helfen im Falle eines Falles, das Richtige zu tun.<\/p>\n<p>Die gute Absicht, seinem Tier schnell helfen zu wollen, darf jedoch niemals dazu f\u00fchren, zu ungeeigneten Arzneimitteln zu greifen, die gerade im Haushalt verf\u00fcgbar sind. Oftmals erreicht man dadurch n\u00e4mlich das Gegenteil. Die Tierarten unterscheiden sich zum Teil grundlegend in ihrem Stoffwechsel. Es sollten also keine Hundemedikamente an Katzen verabreicht werden und umgekehrt.\u00a0Sogar innerhalb einer Tierart gibt es verschiedene Tierarzneimittelgr\u00f6\u00dfen oder -st\u00e4rken, die genau auf das Tier abgestimmt sind. So gibt es zum Teil spezielle Gr\u00f6\u00dfen f\u00fcr kleine, mittelgro\u00dfe und gro\u00dfe Hunderassen. Was f\u00fcr die gro\u00dfe Dogge richtig ist, kann f\u00fcr den kleinen Dackel, da weit \u00fcberdosiert, sch\u00e4dlich sein.<\/p>\n<p>Auf keinen Fall sollte man Humanarzneimittel an Tiere verabreichen. Hat ein Tier beispielsweise starke Schmerzen, ist die Versuchung gro\u00df, in die Familien-Hausapotheke zu greifen. Doch Vorsicht: Selbst die gutgemeinte S\u00e4uglingsdosierung kann schlimme Folgen haben. Zahlreiche in der Humanmedizin verwendete Wirkstoffe sind f\u00fcr Tiere ungeeignet.<\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr ist, dass Medikamente im menschlichen und tierischen K\u00f6rper unterschiedlich verstoffwechselt werden. Entstehende Stoffwechselprodukte oder sich anreichernde nicht ausgeschiedene Wirkstoffe k\u00f6nnen schwere Nebenwirkungen ausl\u00f6sen und massive Sch\u00e4digungen und Vergiftungen zur Folge haben. Selbst zwischen Hund und Katze gibt es gravierende Unterschiede \u2013 so fehlt der Katze beispielsweise ein bestimmter Stoffwechselweg, der in der Leber stattfindet, die sogenannte Glucuronidierung. Medikamente oder Substanzen, die nur dar\u00fcber ausgeschieden werden, k\u00f6nnen somit f\u00fcr die Katze t\u00f6dlich sein. G\u00e4ngige Produkte wie das Schmerzmittel Paracetamol oder Teebaum\u00f6l, aber auch der in Floh- und Zeckenmitteln f\u00fcr Hunde verwendete Wirkstoff Permethrin geh\u00f6ren in die f\u00fcr Katzen gef\u00e4hrliche Kategorie.<\/p>\n<p>Die Wirkung von Medikamenten ist zudem von Eigenschaften wie der Aufnahme, Verteilung und Bindung im K\u00f6rper abh\u00e4ngig. Auch hier gibt es gro\u00dfe Unterschiede zwischen den Tierarten und Unterschiede zum Menschen. Davon abh\u00e4ngig ist die Dosierung eines Arzneimittels. Auch Nebenwirkungen und Vertr\u00e4glichkeit sind verschieden. Dar\u00fcber hinaus spielen das Alter des Tieres, das Geschlecht und sein Gesundheitszustand eine Rolle. Besondere Vorsicht ist bei Leber- und Nierenerkrankungen geboten. Auch sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu ber\u00fccksichtigen und Gegenanzeigen zu beachten.<\/p>\n<p>Fazit: Man muss nicht wegen jeder kleinen Blessur den Tierarzt aufsuchen. Kommen aber Medikamente ins Spiel, sollte man in jedem Fall dem Tierarzt die Diagnose \u00fcberlassen und seinem Therapieplan folgen. Gleiches gilt bei allen gr\u00f6\u00dferen oder tieferen Wunden und deutlicher Beeintr\u00e4chtigung des Allgemeinbefindens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pressekontakt:<\/strong><br \/>\nBundesverband f\u00fcr Tiergesundheit e.V., Dr. Sabine Sch\u00fcller Schwertberger Stra\u00dfe 14, 53177 Bonn, Tel. 0228\/31 82 96, E-Mail: bft@bft-online.de<br \/>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bft-online.de\/kleintiergesundheit\/2021\/fuer-den-notfall-gut-geruestet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">BfT &#8211; Bundesverband f\u00fcr Tiergesundheit e.V.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr kleine Wehwehchen oder akute Notf\u00e4lle gibt es die Haus- und Reiseapotheke. Solch ein Erste-Hilfe-Set ist auch f\u00fcr vierbeinige Familienmitglieder eine gute Sache. Es gibt jedoch Utensilien und Medikamente, die in einer Notfallapotheke f\u00fcr das Tier nichts verloren haben. Im Zweifel ist der Gang zum Tierarzt die beste Wahl. 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