Einführung Als die ersten Siam Katzen Richtung Westen kamen, hatten sie viele verschieden Fellmuster. Schon ab Anfang der zwanziger Jahre konzentrierte man sich ausschließlich auf einen bestimmten Farbschlag. Offiziell sollte das Fell der blauäugigen Siam Katze Seal Points enthalten. Sie sollte also ein helles Fell mit dunkelbraunen Bereichen haben. Mit dem Laufe der Zeit kamen andere Farben für die Points dazu, jedoch blieben die Markierungen ein Rassemerkmal. Jede Katze ohne diese typischen Abzeichnungen galt ab nun nicht mehr als Siam.
Als in den Fünfzigern ein paar Züchter begonnen haben die Siam Katzen ohne Abzeichnungen zu züchten mussten sie einen neuen Namen finden. Die ersten Exemplare, die sogenannten „Havannas“ (nach der Zigarre) waren einfarbig braun. Andere einfarbige Siam Katzen wurden in Großbritannien „Foreign Shorthair“ (Fremdländisches Kurzhaar) genannt. Exemplare mit komplexeren Farbmustern, wie etwa der Tabbyzeichnung oder dem Schildpattmuster, nannte man orientalisches Kurzhaar.
Die Unterscheidung zwischen Foreign Shorthair und Orientalisch Kurzhaar machte man in Amerika nicht; hier wurden alle Orientalisch Kurzhaar genannt. In den frühen Neunzigern folgte man auch in Großbritannien dieser Tradition und bezeichnete alle Farbschläge als Orientalisch Kurzhaar, mit der Ausnahme der „Foreign White“.
Die Foreign White ist eine reine weiße Siam Katze. Diese eher elegante Rasse entstand als die Siam mit weißen Kurzhaarkatzen gekreuzt wurde. Obwohl weiße Katzen mit blauen Augen meist gehörlos sind, tritt diese Behinderung bei der Foreign White nicht auf. In den USA und auch in Deutschland wird Foreign White als Farbschlag Weiß der Orientalisch Kurzhaar zugeordnet. Ein anderer Farbschlag ist die Orientalisch Kurzhaar Spottes Tabby (getupft), die das Ergebnis von Zuchtversuchen in Großbritannien.
Es wurde versucht, den altägyptischen Katzentyp, von der das Erscheinungsbild der heutigen Hauskatze stammt, wieder zu erschaffen. Ursprünglich sollte es eine eigenständige Rasse werden, die als Ägyptische Mau bezeichnet wurde. Diesen Namen hat man später wieder aufgegeben, um Verwechslungen mit der amerikanischen Züchtung mit dem gleichen Namen aus zu schließen. Um Orientalisch Kurzhaar zu züchten, hatte man die Siam Katze mit verschiedenen Kurzhaarrassen gekreuzt. Dabei ist es gelungen, den schlanken, langgestreckten Körperbau der Siam Katze zu erhalten und nur die Fellfarbe der Kurzhaarkatze einzuzüchten.
Erscheinungsbild Die Orientalische Kurzhaar hat den selben Körperbau, aber nicht die Colourpoints und die blauen Augen der Siam Katze.
Temperament Die Orientalisch Kurzhaar hat den Charakter und die Stimme der Siam Katze. Anders als diese soll die Orientalisch Kurzhaar jedoch bereit sein, sich mit Halsband und Leine ausführen zu lassen. Außerdem empfindet sie Einschränkungen ihrer Freiheit weniger störend, als andere Rassekatzen, so dass sie sehr gut für Reisen und Ausstellungen geeignet ist.
Allerdings ist sie sehr intelligent, wissbegierig und nicht gern allein und versucht ständig, Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten. Sie kann sehr fordernd sein, wenn sie etwas will, so dass es kaum möglich ist, ihr einen Wunsch abzuschlagen. Außerdem kann sie Allüren wie eine Diva entwickeln.
Farbschläge Alle Farbschläge mit Ausnahme von Colourpoints sind anerkannt.