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zu den Züchtern

Kartäuser

Einführung
Die Herkunft der Kartäuser liegt im Dunkeln. Wie auch bei vielen anderen alten Katzenrassen gibt es eine ganze Reihe widersprüchlicher Geschichten über ihre Abstammung.
  1. 1. Sie soll eine Kreuzung aus einer ägyptischen und einer Maulkatze sein. Es gibt jedoch nicht die geringsten Beweise für diese phantastische Annahme.
  2. 2. Im 17. Jahrhundert sollen Mönche des Karthäuserordens vom Kap der Guten Hoffnung in Südafrika nach Frankreich mitgebracht haben. Der römisch-katholische Orden wurde 1084 gegründet. La Grande Chartreuse, das Mutterkloster, liegt nördlich von Grenoble im Südosten Frankreichs, nahe der Grenze zu Italien. Der Orden wurde nicht nur durch seinen grünen und gelben Kräuterlikör berühmt, sondern auch durch eine eigene Rasse von Klosterkatzen. Bruslons Universal Dictionary von 1723 liefert den ältesten Hinweis, in dem es heißt: „Die Katzen werden Kartäuser genannt, weil die Mönche sie als erste gehalten haben.“
    Dreißig Jahre später kommen die ersten Zweifel auf:“Die Kartäuserkatzen heißen vielleicht nach den gleichnamigen Mönchen, die als erste diese Rasse besaßen“ (Chevalier de Jancourt Grand Encyclopédie von 1753). Leider gibt es keine Urkunden, die belegen, dass die Mönche diese Rasse gehalten haben. Fragte man nach der Geschichte der Kartäuserkatze, antwortete 1972 der Prior von Grande Chatreuse:“ Der Kartäuserorden hatte am Kap der Guten Hoffnung niemals eine Niederlassung. Was die Katzenrasse angeht, die in Grande Chatreuse gehalten worden sein soll, so schweigen unsere Archive. Nichts stützt die Annahme, dass es eine solche Katzenrasse irgendwann in unserer langen Geschichte gat.“
  3. 3. Die Kartäuser sollen aus dem Nahen Osten stammen. Von hier hätten zurückkehrende Kreuzritter sie zu den Kartäuser gebracht. Tatsächlich gibt es Berichte über blaugraue Katzen in Malta, Zypern und Syrien – Gegenden in denen sich Kreuzritter aufhielten -, was für diese Annahme spricht.
  4. 4. Vor rund 450 Jahren seien die Kartäuser aus dem Nahen Osten nach Europa gekommen; hier waren sie vor allem wegen der feinen, dichten Qualität ihres wolligen Haarkleids bei den Pelzhändlern hoch geschätzt.
  5. 5. In Nordeuropa und Sibirien sei eine Vorform der Rasse beheimatet gewesen, wo das dicke, wollige Fell der Katzen vor der eisigen Kälte schützte. Später hätten sich daraus die Kartäuser und die Russisch Blau entwickelt. Wenn dies zuträfe, dann wären die berühmten „Blauen Katzen von Frankreich“ gewöhnliche Hauskatzen gewesen. Ein Lexikon, welches in London in den achtziger Jahren des 18. Jahrhundert veröffentlicht wurde, legt die Vermutung nahe, dass damals die meisten Katzen in Frankreich blau waren. Dort heißt es kategorisch:“ Alle Katzen in Frankreich sind blaugrau.“

Wenn eine der beiden letzten Geschichten wahr ist, dann bleibt die Frage, was diese Katze mit dem Kartäuserkloster zu tun hatte. Vielleicht lieftert das Universal Dictionary (1723) von Bruslon eine Antwort. Dort wird eine feine Wolle erwähnt, die aus Spanien nach Frankreich importiert wurde und die man als „Chatreux-Wolle“ bezeichnete. Bedenkt man, dass die Kartäuserkatze wolliges feines Fell hatte, so könnte es gut sein, dass man sie nach jener Wolle benannt hat. Man weiß nicht, welche Überlieferung der Wahrheit entspricht, fest steht, dass die Rasse im 18. Jahrhundert von Buffon in seiner Natural History beschrieben und abgebildet wurde. Auch ihr Name ist dort überliefert. Auch britische Autoren des 19. Jahrhunderts wußten um diese Katzenrasse: „Ein bläuliches Grau ist keine gewöhnliche Farbe, sie werden 'Kartäuserkatzen' genannt und gelten als hochgeschätzte Raritäten“ (Charles Ross, 1868)
Französische Züchter haben sich seit den zwanziger Jahren der Kartäuser angenommen. Die Schwestern Léger begannen 1928 auf der kleine Insel Belle Île-sur-Mer die Katzen zu züchten. Die Stammeltern waren der Kater Coquito und die Katze Marquire. Ihr Zuchterfolge konnten die Schwesten bereits 1931 in Paris ausstellen. Durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges wurden ihre Bemühungen jedoch leider unterbrochen.
Es überlebten nur wenige Exemplare den Krieg und so entschied man sich, die Zucht mit gewöhnlichen französischen blaugrauen Katzen ohne Stammbaum fortzusetzen, bis die ursprüngliche Gestalt und der alte Typ der Kartäuser wieder erreicht wurden. Diese Katzen bildeten dann den Grundstock für die moderne Kartäuserzucht.

Erscheinungsbild
Die Kartäuser ist eine kräftige, schwere Katze mit breitem Kopf, kurzem Haar in einheitlichem Blaugrau, mit orange-, gold- oder kupferfarbenden Augen und feingliedrigen Beinen. Ein amerikanischer Züchter bezeichnete sie mit liebevollen Spott als „eine Kartoffel auf Zahnstochern“.

Temperament
Die Kartäuser gilt als gutmütig, freundlich, verspielt, zutraulich, robust, selbstbewusst, anhänglich, geduldig, ruhig und friedlich.
Es heißt sie möge Hunde und Kinder.
Meist ist sie träge, bis eine Maus sich blicken lässt: Dann verwandelt sie sich in ein wildes Raubtier.

Farbschläge
Nur eine einzige Farbe ist zugelassen: einheitliches Blaugrau.







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